"Captured" Knut Kuhles (01.11.2025, 18:00 Uhr)

Isoliert in ihrem Tonstudio strebt die junge Künstlerin DaiSy nach Perfektion – Perfektion in ihrer Leidenschaft für Musik, in ihrer Performance und in ihrem Wesen als Mensch.

Um dies zu erreichen, analysiert sie Videoaufnahmen ihrer Proben und entdeckt, dass sie mit ihrem auf dem Bildschirm gefangenen Alter Ego kommunizieren kann. Zwischen den beiden entwickelt sich eine unheimliche Machtdynamik. Angetrieben von dem Wunsch nach Selbstverbesserung wird sie zu ihrer eigenen strengsten Trainerin. DaiSy ist gnadenlos intolerant gegenüber Fehlern und zwingt ihr Spiegelbild, sich zu verbessern und über seine Grenzen hinauszuwachsen. Höher singen, tiefer singen, schneller tanzen, mehr tanzen! Ihre Leidenschaft wird zur Besessenheit und sie verliert die Kontrolle. Das Tonstudio geht in Flammen auf. Nach der Zerstörung taucht das Alter Ego inmitten der Trümmer wieder auf und entwickelt ein Eigenleben.

6b1c3f55d5 headshot

Biografie des Regisseurs – Knut Kuhles

Knut Kuhles ist 26 Jahre alt, in Berlin geboren und aufgewachsen und dreht seit seinem siebten Lebensjahr Kurzfilme und Musikvideos.

Er schloss 2018 die Schule ab und sammelte anschließend erste Erfahrungen hinter der Kamera während eines Regiepraktikums bei „TAF-Production“ und eines Praktikums im Bereich Filmmusik bei der Firma „Becktone“. Seitdem arbeitet er freiberuflich im Bereich Video und Film und realisiert Auftragsfilmprojekte sowie eigene Kurzfilme.

Außerdem war er als Video-Operator, 2. Kameraassistent, 1. Regieassistent und Set-Manager für verschiedene Film- und Fernsehproduktionen tätig.

Seit Oktober 2021 studiert er Medienkunst Film an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Karlsruhe.

Seine Kurzfilme „Before a mirror”, „Aberration” und „Comfort” wurden bereits auf mehreren Kurzfilmfestivals gezeigt. Sein letzter Kurzfilm „Aquarium” wurde außerdem für den Baden-Württembergischen Kurzfilmpreis in der Kategorie „Bester Kurzfilm” 2022 nominiert.

Statement des Regisseurs

In CAPTURED haben wir die psychologischen Auswirkungen untersucht, die es hat, wenn man sich auf der Suche nach einer perfekten Identität selbst verliert. Unsere Protagonistin erstellt eine digitale Version von sich selbst, die sie nach und nach optimiert und kontrolliert, bis sie dabei ihre eigene Identität auslöscht.

Uns interessierte, was passiert, wenn das eigene Bild zu einer Projektion der tiefsten Wünsche und Unsicherheiten wird. Die Geschichte spielt vollständig in einem Musikstudio, das zu einer metaphorischen Bühne für innere Konflikte wird. Der Monitor wird zu einem digitalen Spiegel, einem Portal, durch das sich die Selbstwahrnehmung auflöst.

Es ist ein Spiegelbild der Welt, in der wir leben, in der kuratierte Identitäten, gefilterte Bilder und Selbstoptimierung zur Norm geworden sind. CAPTURED ist eine musikalische und visuelle Metapher für diesen Prozess: Der Wunsch, ein „besseres Ich” zu werden, verwandelt sich in Selbstzerstörung.

Anstatt eine klare Antwort oder moralische Bewertung zu geben, wollten wir ein emotionales Erlebnis schaffen. Eines, das die Frage aufwirft: Was bleibt von uns übrig, wenn wir den Kontakt zur Authentizität verlieren und zu unserem eigenen Produkt werden?